Landesliga Nord 2026/27, Runde 1: Die Partien im Detail

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Unsere erste Mannschaft ist mit einem knappen Sieg in die Landesliga Nord gestartet. Im Nürnberger Derby gegen den SC NT Nürnberg 2 im Loni-Übler-Haus stand es am Ende 4½:3½. Nach DWZ waren wir mit durchschnittlich 2108 gegen 2084 nur leicht favorisiert, und der Kampf blieb lange offen: Nach fünf beendeten Partien stand es 2½:2½. Erst die Siege von Hannes an Brett 3 und Florian an Brett 1 machten den Mannschaftssieg perfekt.

Brett Nr. Heim DWZ ELO ERGEBNIS Nr. Gast DWZ ELO
1 2 Heimrath, Reiner 2232 2167 0 - 1 1 Wagner, Florian FM 2182 2190
2 3 Homuth, Wolfgang 2094 2122 1 - 0 2 Ratushnyi, Viktor CM 2189 2202
3 4 Albayrak, Berrak 2027 1966 0 - 1 3 Just, Hannes CM 2084 2132
4 5 Albayrak, Nese Pinar 2028 1886 ½ - ½ 6 Wiemer, Peter 2112 2147
5 7 Chatziioakimidis, Niko 2105 2141 1 - 0 7 Kordts, Wolfgang 2061 2162
6 8 Seeger, Peter 2091 2092 0 - 1 8 Redzepovic, Irfan 2061 2040
7 11 Atal, Parsa 2099 1942 1 - 0 9 Saathoff, Richard 2045 2113
8 12 Himonakis, Michael 1997 1904 0 - 1 10 van Ginkel, Pieter 2132 2189
Ø Schnitt 2084 2027 3½ - 4½   2108 2146

Die Wendepunkte

Im Folgenden die wichtigen Momente in der Reihenfolge der Beendigung der Partien.

Brett 6: Seeger – Redzepovic 0-1

Damenindisch (E15) · 22 Züge · Zwischenstand 0 - 1

Irfan sorgte für die frühe Führung. Nach ruhigem damenindischen Aufbau griff Weiß in schon schlechterer Stellung mit 15.Dd4? daneben, richtig war 15.Lxe5 Dxe5 16.Sa2.

Diagramm Brett 6: Schwarz am Zug nach 15.Dd4

Schwarz am Zug, nach 15.Dd4: Nach 15...Seg4 droht in vielen Varianten ...Sxf2.

Nach 16.e3? Lc5 17.Dd3 wäre 17...Sxf2! 18.Kxf2 g5! schon sofort stark gewesen. Schwarz spielte 17...Tcd8, und nach 18.Df5 Lc8 19.Dc2 d4 20.exd4 Lxd4 21.Tf1 schlug Schwarz doch noch auf f2 zu.

Diagramm Brett 6: Weiß am Zug nach 22...Sd3+

Weiß am Zug, nach 22...Sd3+: Schlussstellung nach 21...Sxf2 22.Tae1? Sd3+: Der Läufer d4 gibt Abzugsschach, der Springer greift Te1 und Lf4 an. Weiß gab nach nur 22 Zügen auf.

Brett 4: Albayrak – Wiemer ½-½

Französisch, Tarrasch-Variante (C09) · 29 Züge · Zwischenstand ½ - 1½

In der Tarrasch-Variante der Französischen Verteidigung stand Peter nach 6.Sb3? c4! angenehm, denn der weiße Springer musste mit Tempoverlust nach d2 zurück. Die große Chance kam nach 19.Sd2? Ld3 20.Te1.

Diagramm Brett 4: Schwarz am Zug nach 20.Te1

Schwarz am Zug, nach 20.Te1: 20...Db7!! sperrt die Dame auf a4 ein. Nach 21.Lxd6 Ta6 22.Dxa6 Dxa6 hätte Schwarz die Dame für Turm und Läufer gewonnen.

In der Partie folgte 20...Tab8 21.Lc2 Lxa3 22.Dxa3 Tb2 23.Lxd3 Txd2 24.Le2 Tdb2 25.Lf3 Dd7. Weiß hatte abgewickelt, und die Stellung war ausgeglichen.

Diagramm Brett 4: Weiß am Zug nach 29...T1b2

Weiß am Zug, nach 29...T1b2: Schlussstellung nach 29...T1b2: Mit 26.Te2 Tb1+ 27.Te1 T1b2 28.Te2 Tb1+ 29.Te1 T1b2 stand dieselbe Stellung zum dritten Mal auf dem Brett. Remis.

Brett 8: Himonakis – van Ginkel 0-1

Pirc-Ufimzew, Dreibauernangriff (B09) · 32 Züge · Zwischenstand ½ - 2½

Gegen den Dreibauernangriff in der Pirc-Ufimzew-Verteidigung wählte Pieter eine scharfe Variante mit dem schwarzen König in der Brettmitte. Nach 12...h5 stand Weiß besser. Die Neuerung 13.Dd2?! statt 13.h3 gab den größten Teil des Vorteils ab. Schwarz holte den geopferten Bauern mit 16...Txf7 zurück, und spätestens nach 17.Sg5 war die Stellung ausgeglichen. Der erste Wendepunkt war 21.Se3? statt 21.c4. Nach 21...Sxe3! 22.Lxe3 kam der entscheidende Damenzug.

Diagramm Brett 8: Schwarz am Zug nach 22.Lxe3

Schwarz am Zug, nach 22.Lxe3: 22...Df5! Nach 23.Dxf5+?! Sxf5 24.Lxa7 Txc2 steht der Turm auf der zweiten Reihe.

27...Sd4! hätte danach schneller gewonnen. Nach 27...Ld4? 28.Lxd4 Sxd4 29.Taf1 Se2 hatte Weiß noch einmal eine Rettungschance.

Diagramm Brett 8: Weiß am Zug nach 29...Se2

Weiß am Zug, nach 29...Se2: Mit 30.Tg2! hätte Weiß noch gute Remischancen gehabt. Nach 30.Kh3? Txb2 fiel der Bauer b2.

Diagramm Brett 8: Weiß am Zug nach 32...gxf5

Weiß am Zug, nach 32...gxf5: Schlussstellung nach 31.f5 Th8+ 32.Kg2 gxf5: Schwarz hat zwei Bauern mehr und die aktiveren Figuren. Nach 33.gxf5 Tg8 ist der Springer g5 gefesselt, und Schwarz gewinnt weiteres Material. Weiß gab auf.

Brett 2: Homuth – Ratushnyi 1-0

Pirc-Ufimzew (B07) · 40 Züge · Zwischenstand 1½ - 2½

Durch Zugumstellung entstand eine Pirc-Ufimzew-Verteidigung. Die Neuerung 11...b5?! statt 11...h6 überließ Weiß einen kleinen Vorteil, doch nach 13.dxe5 dxe5 war die symmetrische Stellung bald wieder ausgeglichen. Der Wendepunkt kam nach 18.Se3.

Diagramm Brett 2: Schwarz am Zug nach 18.Se3

Schwarz am Zug, nach 18.Se3: Mit 18...c5?! gab Viktor die Kontrolle über d5 auf. Besser war 18...Le6, und die Stellung wäre ausgeglichen geblieben.

Nach 19.c4! b4 20.b3 Sh5 21.Sd5 Sxd5 22.cxd5 hatte Weiß einen gedeckten Freibauern auf d5, der die schwarzen Figuren hemmte.

Diagramm Brett 2: Weiß am Zug nach 36...Kxh5

Weiß am Zug, nach 36...Kxh5: Der schwarze König steht im Freien. 37.Td3! hätte forciert mattgesetzt, aber auch 37.Dd3 g4 38.Dg3 Kg6 39.Dxg4+ Kf6 40.Dg7# führte zum Ziel.

Brett 7: Saathoff – Atal 0-1

Sizilianisch, O'Kelly-Variante (B28) · 47 Züge · Zwischenstand 2½ - 2½

In der O'Kelly-Variante (2...a6) wählte Richard mit 3.c4 den Maróczy-Aufbau. Statt 7.Sc2 kam auch das schärfere 7.Sf5!? in Frage, doch auch so stand Weiß nach der Eröffnung leicht besser. Die Neuerung 14...Sa5 war noch kein Fehler, doch nach 15.b3 b5?! (besser 15...Sc6) 16.Sd5! Lxd5 17.cxd5 hatte Weiß klaren Vorteil. Dann kippte die Partie in zwei Zügen.

Diagramm Brett 7: Weiß am Zug nach 23...Txf5

Weiß am Zug, nach 23...Txf5: 24.Ld3? gab den größten Teil des Vorteils ab. Mit 24.Sd3! wäre Weiß klar besser geblieben.

Nach 24...Tf4 folgte der eigentliche Fehler: 25.Le4? scheiterte an 25...Sxe4 26.Sd3 Sc3! 27.Sxf4 Sxd1, und Schwarz gewann Material. Mit 25.De1 wäre die Stellung im Gleichgewicht geblieben.

Mit zwei Bauern für den Springer und dem starken d-Freibauern kämpfte Weiß zäh weiter. Der nächste Wendepunkt kam nach 33...Te8.

Diagramm Brett 7: Weiß am Zug nach 33...Te8

Weiß am Zug, nach 33...Te8: Mit 34.d6! wäre die Stellung ausgeglichen gewesen. Nach 34.g4? stand Weiß wieder auf Verlust.

Schwarz gab die Chance mit 36...Tf8? zurück (richtig war 36...Te2+ 37.Kh3 h6), und mit 37.Tc1! erreichte Weiß wieder den Ausgleich. Mit 38.d6?! statt 38.Te1 ging er erneut verloren, und im letzten Zug vor der Zeitkontrolle wäre 40.d7! (40...Txf4 41.d8D+ Tf8 42.Dd5+) die einzige Chance gewesen. Nach 40.De4? Dd2! kam die schwarze Dame über f4 und f3 an den weißen König heran.

Diagramm Brett 7: Weiß am Zug nach 47...Sxd6

Weiß am Zug, nach 47...Sxd6: Schlussstellung nach 47.Te8 Sxd6!: Der Springer hat den d-Bauern geschlagen und greift den Turm e8 an. Nach 48.Txf8+ Dxf8 hat Schwarz eine Figur mehr. Weiß gab auf.

Brett 3: Just – Albayrak 1-0

Pirc-Ufimzew (B07) · 60 Züge · Zwischenstand 2½ - 3½

Gegen die Pirc-Ufimzew-Verteidigung griff Hannes mit h3 und g4 früh am Königsflügel an und stand nach der Eröffnung besser. Die Neuerung 9...0-0 war stärker als 9...b6 aus dem Vorgänger. Mit 11.a4! hätte Weiß das Gegenspiel mit ...b5 verhindert, nach 11.Dd2 b5 und 14.Td1 war die Stellung dagegen ausgeglichen. Die Gelegenheit für Vorteil kam nach 17.Sd5 f5? (besser 17...Se6).

Diagramm Brett 3: Weiß am Zug nach 17...f5

Weiß am Zug, nach 17...f5: 18.exf5! gxf5 19.Se7+ Dxe7 20.Lxc6 Tb8 21.Lxc5! dxc5 22.Ld7! hätte klaren Vorteil gebracht. Weiß spielte 18.gxf6 e.p., und die Stellung war wieder ausgeglichen.

Nach 18.gxf6 e.p. Sxf6 wurden im Zentrum Figuren getauscht. Weiß gewann mit 22.Dxa5 einen Bauern, Schwarz hatte dafür aktives Spiel, und die Stellung blieb bis zum 33. Zug im Gleichgewicht.

Diagramm Brett 3: Schwarz am Zug nach 33.Dxe3

Schwarz am Zug, nach 33.Dxe3: 33...b3? kostete einen Bauern. Mit 33...Ta2 wäre Weiß nur leicht besser gewesen.

Im 37. Zug folgte der entscheidende Fehler.

Diagramm Brett 3: Schwarz am Zug nach 37.Kh1

Schwarz am Zug, nach 37.Kh1: Nach 37...Dd4? 38.Dxd4 exd4 gewann der Abzugsangriff 39.e5+! Kxe5 40.Lxc6 den Läufer. Besser war 37...Db4, allerdings auch mit klarem weißen Vorteil.

Das Endspiel mit der Mehrfigur verwertete Weiß sicher.

Brett 1: Wagner – Heimrath 1-0

Königsindisch (E61) · 52 Züge · Zwischenstand 2½ - 4½

Am Spitzenbrett machte Florian den Mannschaftssieg perfekt. In der Königsindischen Verteidigung mit 4.Lg5 erhielt Weiß nach 9...Lxf3 10.gxf3 das Läuferpaar und stand leicht besser. Die Neuerung 11.Le2 war so gut wie 11.f4 aus dem Vorgänger, doch 12.h3?! (besser 12.Tb1 oder 12.0-0) gab den kleinen Vorteil ab. Der erste Wendepunkt kam im 28. Zug.

Diagramm Brett 1: Weiß am Zug nach 27...Sh5

Weiß am Zug, nach 27...Sh5: 28.Se6?! gab Schwarz Vorteil, mit 28.b5! wäre die Stellung ausgeglichen geblieben. Nach 28...Sxe6 29.Lxe6 verpasste Schwarz 29...Td3!, und nach 29...Sxg3 30.fxg3 war die Partie wieder ausgeglichen.

Zwar gewann Weiß in der Folge einen Bauern, aber die Stellung blieb im Gleichgewicht. Am einfachsten wäre 36...Txd3 37.Dxd3 mit ungleichfarbigen Läufern gewesen. Stattdessen öffnete Schwarz mit 36...Tf8, 37...Tf6 und 38...g5? seine Stellung.

Diagramm Brett 1: Weiß am Zug nach 38...g5

Weiß am Zug, nach 38...g5: 39.fxg5! Tg6 40.h4 Le5+ 41.Kf3 Lxd6 42.Lxf5 hätte Weiß großen Vorteil gebracht. Weiß spielte 39.Kh2?, stand nach 39...gxf4? (besser 39...Tg6) 40.exf4 aber wieder klar besser.

Den Schlusspunkt setzte Weiß sieben Züge später.

Diagramm Brett 1: Weiß am Zug nach 45...Le7

Weiß am Zug, nach 45...Le7: 46.Lxf5! Der Turm g6 ist gegen den König h6 gefesselt und doppelt angegriffen. Nach 46...Txd6 47.cxd6 bedroht der Bauer den Läufer e7 und läuft weiter nach d7.

Nach 47...Dd8 48.d7 Df8 49.De3 Dxf5 50.Dxe7 Dxf4+ 51.Kg2 Dd2+ 52.Kf3 war der d-Bauer nicht mehr aufzuhalten.

Brett 5 zum Nachspielen: Kordts – Chatziioakimidis 0-1

Angenommenes Damengambit (D20) · 68 Züge · Endstand 3½ - 4½

Als letzte Partie lief noch meine an Brett 5, und sie wurde mit 68 Zügen auch die längste. Es ist wieder einmal eine typische Partie für mich, in der ich mich für mein eigentlich gutes Spiel im frühen Mittelspiel nicht belohne und am Ende mit einer 0 dastehe. Hier treffen zwei sehr unterschiedliche Spielstile aufeinander – Niko schaffte es immer wieder, mich zu überraschen.