† Wolfram Berner 1931-2026

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KreuzAm 18.10.2026 verstarb Wolfram Berner

Zur Erinnerung: Berner war der 1.Mittelfränkische Meister (mit 100% !) der 1951 nach dem Krieg ausgetragenen Mittelfränkischen Meisterschaften und lange Zeit Spitzenspieler von SK Schwarz-Weiß Nürnberg.

Von 1949 - 51 gewann er drei Mal in Folge den Vereinsmeistertitel.

Wolfram Berner Jubilaeum 2014

Wolfram Berner (links, rechts M.Pörzgen, Vereinspräsident) 2014 beim 100-jährigen Vereinsjübiläum

Wolfram verstarb am Sonntag 18.10.2026  in Heidelberg.

Wir trauern um unseren ehemaligen Spitzenspieler!

Wolfram Berner 1931-2026

Irgendwann, im Jahre 1947, erkundete der damals 16-jährige Wolfram Berner den Schachclub Schwarz-Weiß, fand Gefallen an dem, was er sah, und trat dem Verein bei. 1949 nahm er erstmals an einem Schachturnier - der bayrischen Jugendmeisterschaft in Nördlingen - teil.
Von 1949 - 51 gewann er drei Mal in Folge den Vereinsmeistertitel.

Wolfram Berner war der 1.Mittelfränkische Meister (mit 100% !) der erstmals 1951 nach dem Krieg ausgetragenen Mittelfränkischen Meisterschaft.
Beim „Internationalen Jugendturnier Offenburg 1952“ belegte er mit Egon Heim den ersten Platz vor Uhlmann, Darga, Fuchs u.a.
Wegen Studium, Beruf und Familie wechselte Wolfram zum Heidelberger Schachclub 1879 (die genaue Jahreszahl des Vereinswechsels ist mir leider unbekannt), blieb aber passives Mitglied bei Schwarz-Weiß Nürnberg. In Heidelberg gewann er sofort die nächste Klubmeisterschaft mit 100%.
In Bräuningen 1969 und in Villingen 1976 gewann er die Badische Einzelmeisterschaft.
An der Deutschen Einzelmeisterschaft nahm er u.a. 1970 in Völklingen teil, wo er den 6. Platz erreichte und den Titel Schachmeister erhielt.
Er spielte am 1. Brett der 1. Mannschaft des Heidelberger Schachclubs, gewann mit der Mannschaft mehrfach die Badische Mannschaftsmeisterschaft und wurde 2x Deutscher Vizemannschaftsmeister. Und er war langjähriger Vorsitzender des Heidelberger Schachclubs 1879.
Wolfram kam öfter um die Weihnachtszeit nach Nürnberg und schaute dann auch beim Schachclub Schwarz-Weiß vorbei und analysierte oder spielte z.B. 1974 simultan. Das war meine erste Begegnung mit ihm. Ich gewann als einziger Spieler, und er war beeindruckt. Der Kontakt blieb und Wolfram lud 1979 Norbert Müller, Klaus Meulner und mich zum Jubiläumsturnier des Heidelberger Schachclubs 1879 ein. Ein Erlebnis für uns 3. Ich hatte die Ehre gegen Dr. Paul Tröger Remis zu spielen.
Mit Wolfram, Klaus und Norbert spielte ich einmal das Open in Lugano mit. Natürlich analysierten wir gemeinsam, gingen gemeinsam in die Kneipe und lauschten andächtig den Informatik-Vorlesungen von Wolframs Vereinskollegen Gerhard Konrad.
Wir besuchten in der Folge Wolfram mit unserer ersten Mannschaft an einem Wochenende in Heidelberg, spielten Schnellschach und besuchten Wolframs Lieblingslokale.
Diese Kontakte führte dazu, dass wir Wolfram überreden konnten, 1995 bis 1996 bei uns in der ersten Mannschaft in der Regionalliga und in der Landesliga zu spielen. Leider sind bei mir aus dieser Zeit keine Partien erhalten.
Nach diesem Intermezzo spielte er wieder für Heidelberg in der 2. Bundesliga und später in der Verbandsliga.
2014 spielte er in der Heidelberger Seniorenmannschaft, mit der er mindestens 2x die Badische Seniorenmeisterschaft gewann und war weiterhin Ersatzspieler der ersten Heidelberger Mannschaft. Die letzte dokumentierte Schachpartie stammt aus dem Jahr 2019.
Der Kontakt zu unserem Verein ist nie abgerissen. Wolfram hat sich immer für unseren Werdegang interessiert und war 2014 bei unserem 100-jährigen Vereinsjubiläum anwesend.
Wir wollten noch einen Gegenbesuch organisieren, was leider nie zustande kam.

Wolfram verstarb am Sonntag 18.10.2026  in Heidelberg.

Alle, die ihn kannten, werden seine freundliche menschliche Art in Erinnerung behalten.

Zwei für ihn typische Partien: als Weißer mit b3 und als Schwarzer im Franzosen mit frühem f5.

Berner,Wolfram - Oechslein,Rainer [E60] GER-ch51 (FRG-09) Voelklingen (3), 03.05.1970

1.Sf3 Sf6 2.b3 g6 3.Lb2 Lg7 4.e3 0-0 5.c4 d6 6.d4 e5 7.dxe5 Sfd7 8.Le2 dxe5 9.e4 c6 10.b4 De7 11.Lc3 Td8 12.Dc2 Sf8 13.Db2 Lg4 14.0-0 Sbd7 15.Te1 f6 16.c5 b6 17.cxb6 Sxb6 18.a4 Df7 19.Sbd2 Le6 20.Tec1 Tab8 21.Dc2 Lh6 22.Tcb1 Sc4 23.Sb3 Sd7 24.Lxc4 Lxc4 25.Sa5 De6 26.Lxe5 Ld3 27.Dxd3 Sxe5 28.Db3 Sxf3+ 29.gxf3 Dxb3 30.Txb3 Tb6 31.Tab1 Lf8 32.b5 cxb5 33.axb5 a6 34.Sc4 Txb5 35.Txb5 axb5 36.Txb5 Td7 37.Se3 Kf7 38.Sd5 Ld6 39.f4 Le7 40.Kg2 Ld8 41.Se3 Le7 42.f5 Td4 43.Kf3 Ld6 44.Tb7+ Kg8 45.Sg4 gxf5 46.Sh6+ Kf8 47.Sxf5 Td2 48.Ke3 Td1 49.Ke2 Th1 50.Sxd6 Txh2 51.Tf7+ 1-0


Klundt,Klaus - Berner,Wolfram [C03] GER-ch53 (FRG-11) Oberursel, 05.1972
[Anmerkungen von Dr. Berner anläßlich des 50-jährigen Jubiläums des Turniers]

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 f5 [eine Bernersche Spezialität) 4.exf5 exf5 5.Ld3 Sf6 6.Sdf3 Ld6 7.Se2 0-0 8.0-0 c5?! [8...c6] 9.c4! Kh8 10.Lg5 Le6 11.dxc5 Lxc5 12.Sf4 Dd6 13.cxd5 Lg8 [13...Sxd5 14.Sxe6 Dxe6 15.Lc4+-] 14.Lxf6 Weiß verliert den Faden [14.Lxf5 Sh5 (14...Sxd5 15.Sxd5 Lxd5 16.Le7) 15.Sxh5 Txf5 16.Sg3 Txd5⇆] 14...Txf6 15.Sh5 Tf8 16.Sg3 Dxd5 17.Dc2 Sc6 18.Lxf5 Sb4 19.Dc3? Knapp an Bedenkzeit und vom aggressiven Spiel seines Gegners psychologisch angeschlagen, greift Weiß endgültig daneben. [19.De4 Tae8 20.Dxd5 Lxd5 21.a3 Sc6 22.Tac1 Lb6; 19.Db1 Sxa2 20.Lxh7 Lxh7 21.Dxa2 Dxa2 22.Txa2 a5] 19...Txf5 20.Sxf5 Dxf5 21.a3 Sc6 22.b4 Lb6 23.Tad1 Tf8 24.Td3 Df6 25.Dd2 Se5 26.Sxe5 Dxe5 27.Td7 Lc4 28.Te1 Txf2 0-1

P.S.
Die meisten Informationen entnahm ich dem Grußwort von Wolfram zu dem 100-jährigen Vereinsjubiläum von Schwarz-Weiß Nürnberg Süd. Die Anmerkungen zu seiner Partie gegen Klaus Klund stammen aus der Festschrift „Schach vor 50 Jahren und Heute in Offenburg“ aus dem Jahre 2002 und sind von ihm selbst und nicht Computergeneriert. Meine persönlichen Anmerkungen stammen aus meinem lückenhaften Gedächtnis, deshalb die vagen Jahreszahlen.
Wir (ich) wollten Wolfram eigentlich besuchen. Ich bedauere es sehr, dass dieser Besuch nie zustande kam. Wir wollten eigentlich auch Turniere miteinander spielen. Auch dazu kam es nach Lugano nie.