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Nachruf Dietrich Pahlen

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K1 R3 Dietrich PahlenLiebe Schachfreunde,

im April 2026 ist unser Vereinsmitglied und mein Mannschaftskamerad Dietrich Pahlen verstorben, er wurde 85 Jahre alt. Die Nachricht von seinem Tod hat mich tief betroffen. Nicht nur, dass er eine zuverlässige und solide Stütze unserer Mannschaft war, sondern auch, weil ich ihn als Mensch sehr geschätzt habe. Seine ruhige Art hat mir immer ein wenig imponiert. Egal ob er gewonnen oder verloren hatte, ob er sich geärgert oder gefreut hatte, das Zeigen seiner Emotionen hielt sich immer im Rahmen. Nie hörte man ein böses Wort über andere Vereinsmitglieder. Weil er kein Auto besaß, habe ich ihn viele Jahre als "Chauffeur" zu den Auswärtsspielen mitgenommen. Da er in der Fürther Straße wohnte, habe ich ihn oft als Letzten abgesetzt, so dass wir auf der Fahrt vom Bahnhof, wo ich meistens den Vorletzten abgesetzt hatte, bis zu seiner Wohnung noch ein bisschen plaudern konnten. Er war allerdings auch hier mit Informationen zu seinem Privatleben äußerst zurückhaltend. Nur durch Zufall habe ich ihn bei einem Spaziergang im Luitpoldhain beim Vorbeilaufen an meinem ehemaligen Gymnasium bei einer sportlichen Veranstaltung getroffen. Auf meine Frage, ob er bei den Bundesjugendspielen teilnehme, lachte er und erklärte mir, dass er regelmäßig das Deutsche Sportabzeichen in seiner Altersklasse absolvierte, was er auch bis ins hohe Alter beibehielt.

Gewusst habe ich auch, dass er ein großer Wanderfreund war. 6-stündige Wanderungen gehörten zu seinem Standardrepertoire. Oft fuhr er mit dem Zug von Nürnberg weg und lief dann die ganze Strecke wieder nach Hause.

Als ich als Mannschaftsführer vor längerer Zeit mal spanische Schachfreunde in meiner Mannschaft hatte und diese auf spanisch informierte, wann die nächsten Wettkämpfe sind (google macht es möglich), hat er mitbekommen, dass ich mich für die spanische Sprache interessiere. Auf seine Nachfrage erzählte ich ihm, dass ich dies aber nur so am Rande mache, weil meine Frau spanisch lerne. Daraufhin schenkte er mir eine spanische Grammatik und ein spanisches Lehrbuch. Auf die Nachfrage, wie er zu diesen Büchern kam und ob er sich auch für spanisch interessiert, erzählte er, dass er eine Zeit lang in Südamerika gearbeitet hatte. Diese Infos waren Zufallsfunde aus seinem Leben. Einmal traf ich ihn, als ich meine Mutter von einer Seniorengruppe ehemaliger Postmitarbeiter abholte und er fröhlich aus dem Bus stieg und mit dieser Gruppe unterwegs war.

Nach dem Tod seines Bruders, mit dem er offensichtlich ein sehr gutes Verhältnis hatte, zog er sich aus dem Verein und der Mannschaft zurück. Ein Telefonat mit ihm, das ich danach noch führte, ließ mich seine gedrückte Stimmung ahnen.

Seine ruhige Art und seine Spielstärke haben der Mannschaft gutgetan. Er wird dem Verein und vor allem der Mannschaft sehr fehlen.

Lieber Dietrich, traurig verabschiede ich mich auf diesem Weg von Dir. Mein Respekt galt stets Dir als Mensch und als guter Schachspieler.

Winfried