Landesliga: SWS 1 unterliegt gegen SK Kelheim mit 3½ : 4½

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 Im Heimwettkampf der 7.Runde der Landesliga Nord am 22.2.2015 im Südstadtforum unterlagen wir knapp und unglücklich den Gästen vom SK Kelheim:

5 SW Nürnberg Süd 1 DWZ ELO - SK Kelheim 1 DWZ ELO 3½ - 4½
1 2 Fischer, Johannes 2218 2269 - 2 Gießmann, Stephan 2177 2256 1 - 0
2 3 Reis, Gerhard 2144 2182 - 3 Fuhrmann, Max 2116 2130 0 - 1
3 4 Kordts, Wolfgang 2150 2212 - 4 Maurer, Christian 2163 2037 ½ - ½
4 5 Just, Hannes 2134 2152 - 5 Blodig, Constantin 2028 1988 1 - 0
5 7 Bunk, Karsten 2068 2090 - 6 Frieser, Klaus 2084 2151 ½ - ½
6 8 Van Ginkel, Pieter 2100 2188 - 7 Kreuzer, Helmut 2069 2115 ½ - ½
7 9 Saathoff, Richard 2101 2135 - 8 Seidenschwarz, Holger 1950 1981 0 - 1
8 13 Redzepovic, Irfan 2065 2139 - 13 Eichenseer, Fritz 2133 2229 0 - 1
Schnitt: 2122 2170 - Schnitt: 2090 2110  

Alle Partien kommentiert

 

Brett 4: Hannes Just (2134) – Constantin Blodig (2028) 1 – 0 Partie

Hannes kam als Letzter und war als Erster fertig. Den Zeitvorsprung seines Gegners machte er schnell wieder wett und hatte bald nicht nur auf der Uhr einen Vorsprung, sondern auch auf dem Brett. In einer etwas ungewöhnlichen Eröffnung (Königsindisch ohne c2-c4) fand sich Hannes besser zurecht. Durch einen taktischen Trick im 20. Zug konnte er den schwarzen Fianchettoläufer nehmen und seinen eigenen schwarzfeldrigen Läufer behalten. Im höheren Sinne stand sein Gegner danach bereits auf Verlust. Mit dem Läuferpaar erhielt Hannes starken Angriff auf die geschwächte schwarze Rochadestellung. Nach dem 48. Zug musste sein Gegner aufgeben und wir gingen in Führung.

Zwischenstand: 1 – 0

Brett 6: Pieter van Ginkel (2100) – Helmut Kreuzer (2069) ½ - ½ Partie

Pieters Gegner verteidigte sich gegen das Damengambit mit der soliden Tartakower-Variante. Lange folgte man bekannten Vorbildern und, wie oft in dieser Variante, lautete die Frage, ob die hängenden Bauern auf c5 und d5 stark oder schwach sind. Im 20. Zug übersah Pieter den in diesen Stellungen typischen Bauernvorstoß d5-d4 mit dem sein Gegner sogar hätte in Vorteil kommen können. Doch stattdessen verflachte die Partie recht schnell und es entstand ein völlig ausgeglichenes Endspiel. Nach dem 37. Zug einigte man sich auf Remis.

Zwischenstand: 1½ - ½

Brett 2: Gerhard Reis (2144) – Max Fuhrmann (2116) 0 – 1 Partie

In meiner Partie kam durch Zugumstellung eine Variante aus dem Katalaner aufs Brett. Schon nach 10 Zügen beschäftigte ich mich mit einem Figurenopfer, das ich dann im 12. Zug auch tatsächlich spielte: Ein Springer für Entwicklungsvorsprung verbunden mit unangenehmen Fesselungen, sehr spekulativ, aber ich konnte nicht widerstehen nachdem ich einmal auf die verwegene Idee gekommen bin. Schon der 13. Zug meines Gegners hätte mir eine dicke Chance gegeben, obwohl er auf den ersten Blick logisch erschien. Leider hatte ich 14. f4 nicht auf der Rechnung gehabt, obwohl ich sehr viel Zeit investierte. Nach 18 Zügen hatte ich für den Rest der Partie nur noch 5 Minuten (plus 30 Sekunden Bonus pro Zug) zur Verfügung, doch auch mein Gegner hatte nicht sehr viel mehr. So entwickelte sich beinahe eine Blitzpartie, denn die Bonussekunden gehen zum Teil für die Notationspflicht drauf. Klar, dass dabei auf beiden Seiten nicht immer die besten Züge gefunden wurden. Ich muss zugeben dass mein Gegner dabei mehr Chancen liegen ließ als ich. Nachdem mir im 35. Zug ein taktischer Witz entgangen war der meine Dame gekosten hätte, musste ich aufgeben.

Zwischenstand: 1 ½ - 1 ½

Brett 5: Klaus Frieser (2084) – Karsten Bunk (2068) ½ - ½ Partie

Karsten spielte die „Moderne Verteidigung“ und kam früh zum Damentausch. Doch ausgangs der Eröffnung in scheinbar harmloser Stellung geriet er unter Druck. Ein paar Mal ließ sein Gegner Möglichkeiten aus, doch im 31. Zug gewann er schließlich die Qualität. Allerdings konnte er sich nach einer weiteren Ungenauigkeit trotz seines Materialvorteil nicht mehr entscheidend durchsetzen. Nach 49 Zügen einigte man sich auf Remis.

Zwischenstand: 2 – 2

Brett 1: Stephan Giessmann (2177) – Johannes Fischer (2218) 0 – 1 Partie

Johannes verteidigte sich mit einem königsindischen Aufbau gegen das Damenbauernspiel seines Gegners. Dieser entwickelte seinen Läufer nach g5, wo er allerdings bald in Bedrängnis geriet. Nach 17 Zügen war der Weiße schon gezwungen eine Figur für zwei Bauern zu geben. Nur zwei Zügen später gab er eine weitere Figur. Doch der daraus resultierende Angriff war nicht annähernd das investierte Material wert. Der schwarze König wurde zwar aus seiner Rochadestellung gezerrt, aber stand dort nicht wirklich gefährdet. Nach dem Abtausch einiger Figuren widmete sich Johannes dem gegnerischen König. Johannes übersah im 38. Zug die Möglichkeit, die weiße Dame zu gewinnen, doch auch nach seiner Fortsetzung war der schwarze Sieg nur eine Frage der Zeit. Nach dem 55. Zug gab der Weiße schließlich auf.

Zwischenstand: 3 – 2

Brett 3: Christian Maurer (2163) – Wolfgang Kordts (2150) ½ - ½ Partie

Wolfgang spielte Nimzoindisch und konnte problemlos eine ausgeglichene Stellung erreichen. Nach einer Abtauschaktion entstanden im 21. Zug ungleiche Läufer. Als scheinbar nichts los war opferte Wolfgang dann eine Figur für zwei Bauern. Ich weiß nicht was er vielleicht übersehen hat, aber das hätte nach hinten losgehen können. Doch statt 33. Tf1 und guten Chancen für Weiß zog sein Gegner 33. Lf4. Doch Wolfgang gab (ich vermute in Zeitnot) leider prompt das Kompliment zurück und übersah seinerseits die Möglichkeit, die Figur zurück zu gewinnen und in ein gewinnträchtiges Turmendspiel abzuwickeln. Nach 42 Zügen einigte man sich auf Remis. Der Weiße konnte einer Zugwiederholung nur ausweichen, wenn er einen vierten Bauern für die Figur gegeben hätte.

Zwischenstand: 3 ½ - 2 ½

Brett 7: Holger Seidenschwarz (1950) – Richard Saathoff (2101) 1 – 0 Partie

Richards Gegner hatte sich anscheinend intensiv auf das Jänisch-Gambit vorbereitet. Im 9. Zug wählte er eine aussichtsreiche Nebenvariante und erst im 19. Zug wich er von einer Vorgängerpartie ab. Richard bekam für das Bauernminus Kompensation durch Spiel gegen die weißen Bauern auf d4 und f4 und durch ein Springermonster auf d5. Im 27. Zug hätte er in Vorteil kommen können, aber vermutlich lag bereits hier Zeitnot vor. In der Phase bis zur Zeitkontrolle lassen beide mehrmals bessere Möglichkeiten aus. Nach überstandener Zeitnot fand sich Richard in einer Verluststellung wieder und musste nach dem 50. Zug von Weiß aufgeben.

Zwischenstand: 3 ½ - 3 ½

Brett 8: Irfan Redzepovic (2065) – Fritz Eichenseer (2133) 0 – 1 Partie

Drama pur war in dieser Partie angesagt! Gegen Irfans Damengambit verteidigte sich sein Gegner slawisch. Nach und nach geriet er in eine äußerst passive Position. Immer wieder verpasste Irfan Möglichkeiten, seine ohnehin vorteilhafte Stellung entscheidend auszubauen, so z.B. im 29., 34. und 40. Zug. Doch auch so rückte er dem schwarzen König immer näher auf den Pelz. Der schwarze König befand sich dann zwischen dem 43. und dem 57. Zug trotz zeitweise 4 Mehrbauern im Kreuzfeuer der weißen Figuren und oft genug in einem Mattnetz. Doch Irfan vergab immer wieder „Elfmeter“ und verpasste immer wieder zwingend zum Matt führende Fortsetzungen. Im 59. Zug folgte dann der letzte Fehler: Da hätte Irfan mit 4 Minusbauern immerhin noch ein Remis erzwingen können. Doch stattdessen musste er nach 72 Zügen einsehen, dass weiterer Widerstand zwecklos ist und aufgeben.

Endstand: 3 ½ - 4 ½

 

Fazit: Nach dramatischem Verlauf, vor allem in der letzten laufenden Partie, ging dieser Wettkampf zweier Aufstiegsaspiranten für uns verloren. Statt auf dem 2. Platz finden wir uns jetzt Mannschafts- und Brettpunktegleich mit Kitzingen auf einem geteilten 5./6. Rang einer ungewöhnlichen Tabelle wieder. Die Mannschaften von Platz 3 bis 7 haben alle 7-7 Mannschaftspunkte und auch die Plätze 8 und 9 sind nur einen Punkt weit entfernt! Das heißt für uns, den Blick besser wieder nach unten zu richten. Der nächste Wettkampf am 15.03. beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Klingenberg muss unbedingt gewonnen werden.

RangMannschaft12345678910MPktBPkt
1. SC NT Nürnberg 2 ** 4 6     5 13 - 1 39,0
2. SK Kelheim 1 **   4 5 3 6   9 - 5 29,5
3. SK Schweinfurt 1 4 ** 3 5 7     6 7 - 7 31,0
3. SC Bamberg 1 2   ** 7   4 7 - 7 31,0
5. SW Nürnberg Süd 1 5 ** 2 5 4     7 - 7 27,5
5. SC Kitzingen 1   4 3 1 6 ** 4   4 7 - 7 27,5
7. SV Würzburg 1   3 1   3 4 ** 7 - 7 25,5
8. SC Bad Kötzting 1 5   4 4   ** 3 6 6 - 8 26,0
9. TSV Bindlach SAbt 2 3 2     5 ** 5 6 - 8 25,5
10. SK Klingenberg 1   2   4 2 3 ** 1 - 13 17,5