6:2 in der Kreisliga 2 (wie Champagner)

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arrow-up-greenAuch die 5.Mannschaft eroberte in der 2.Runde die Tabellenspitze. Ein 6:2 im Wettkampf am 9.11.2012 bei SG Anderssen/Nürnberg 1978 2 katapultiert das Team mit blitzsauberen 6:0 Punkten auf Platz 1 in der Kreisliga 2 von Mittelfranken-Mitte.

Zum Verlauf:

Nachdem der starke Baerg seinen Gegner ziemlich schnell gerupft hatte, richtete er sich auf einen gemütlichen Abend ein. ( Zum Glück hatte mein Gegner nicht bemerkt, dass mein genialer Zug Sc6 aus dem Buch von Watson ,,Gefährliche Waffen Französisch stammte; dafür bemerkte ich zu meinem Entsetzen, dass ich eigentlich Königsindisch spielte. Nachdem er mein passives Geklammere mit einem Standard f-4-Angriff beenden wollte, beendete eine kleine Zwischenkombi meinerseits seine Beendigung). 1:0 Es war noch nicht 21 Uhr.

Anschließend konnte ich fasziniert zusehen, wie Valentin seinem Gegner eine Schlinge um seine Figuren warf und diese sich mit jedem Zug zuzog, egal nach welcher Seite der Gegner versuchte sich freizuzappeln. Eine Partie wie aus einem Guss, klasse für einen Laien wie mich anzusehen.

Also 2:0.

Dann demonstrierte Eugene die hohe Kunst, seine Figuren so zu verkeilen, dass sie nicht nur ihm, sondern auch noch seinem Gegner im Weg standen, so dass ein Remis in der Luft lag. Für mich war das i.O., weil das 8.Brett außerplanmäßig gepunktet hatte, so dass dieses so wie noch ein weiteres Remis zu meinem angepeilten Ergebnis gepasst hätte. 2 ½

Dieses kam dann auch und wie. Am Brett sieben konnte jeder der wollte sich einen kunsthistorischen Abend machen und sich ungetrübt der Kirchenkunst widmen. Kirchenkunst ist die Kunst, in schlechteren Stellungen bei hängenden Fähnchen den eigenen Mfü aufzufordern, verbotswidrig mitzuschreiben, sowie durch taktisch aufgeladene Stellungen den Gegner zu Ergebnissen zu zwingen, deren Nichtberechtigung letztere erst in der Analyse merken. Das heißt: Fritz spielte remis. Also 3.

Zur Nervenberuhigung ( wessen Nerven eigentlich?)  trug immerhin Claudio bei, der wenigstens mir als Zuschauer immer das Gefühl vermittelte, seine vorteilhafte Stellung in einen Sieg zu verwandeln. Das sah für mich als Fußballexperte schon ziemlich souverän aus. Also 4.

Alles o.k? Nein, wir haben noch Bajram. Ich hatte gehofft, dass der Namenswechsel von Azem zu Bajram auch seine Spielweise zugunsten meines Nervenkostüms ändert. Weit gefehlt. Er erspielte sich einen wunderschönen Vorteil und als ich mich vom Brett abwandte, weil ich an einen sicheren Sieg glaubte, war mein nächster Blick blankes Entsetzen. Ein Läuferspieß drohte meine Träume zu beenden. Gott sei Dank hat er die Stellung dann doch wieder gelugiqitscht. Also 5.

Überhaupt nicht auf dem Ticket hatte ich die Niederlage von Vyacheslaw, der immerhin für Stimmung in der Bude sorgte, als er in einer verlorenen Stellung mit sicherer Kenntnis der 2-Minuten-Regelung Remis reklamierte, in dem Glauben, dass die bloße Reklamation bereits zum Remis führt. Ich befürchte, nach meinem Urlaub doch nochmal eine 10-minütige Regelkunde durchführen zu müssen, um wenigstens die Minimalstandards bei den FIDEregeln-Kenntnissen zu gewährleisten. Es bleibt bei 5.

In aller Ruhe konnte ich die letzte Partie von Fabian genießen, der eine taktisch aufgeheizte Stellung in einen Positionsvorteil verwandelte. Dieser bestand darin, dass der Bauer seines Gegners bei gleicher Figurenverteilung auf der falschen Farbe stand. Letztendlich führte dies dazu, dass er mit der aus Silmans Endspielbuch bekannten Verfahrenstechnik ,,Der Fuchs im Hühnerstall" seinen Freibauern dazu nutzte, andere Bauern zu massakrieren. Um mich noch ein bisschen unter Spannung zu setzen, demonstrierte er mir noch, wie man mit Tempozügen dem gegnerischen Läufer auf der kurzen Diagonale die Luft zum Atmen nimmt. Nachdem sein Gegner aber immer noch ein Atemloch gefunden hatte, entschloss er sich dann doch, auf mein Alter Rücksicht zu nehmen, und seinen Freibauern zu verwandeln.Damit 6.

4 SG Anderssen/Nürnberg 1978 2 DWZ - SW Nürnberg Süd 5 DWZ 2 - 6
1 1 Deinhard, Erwin 1633 - 2 Meulner, Fabian 1685 0 - 1
2 2 Albert, Wolfgang 1625 - 3 Chadwell, Eugene 1704 ½ - ½
3 3 Müller, Ludwig 1626 - 4 Llugiq, Bajram 1676 0 - 1
4 5 Brunnhuber, Edwin 1562 - 5 Bala, Claudiu 1707 0 - 1
5 7 Schönsteiner, Hans-Jürgen 1513 - 6 Krasotin, Valentin 1599 0 - 1
6 8 Heinisch, Horst 1413 - 7 Babichev, Vyacheslav 1684 1 - 0
7 9 Baur, Stefan 1461 - 8 Kirch, Fritz 1694 ½ - ½
8 12 Söllner, Hans 1230 - 9 Berg, Winfried 1616 0 - 1
Schnitt: 1507 - Schnitt: 1670  

Das 6:2 führte dann dazu, dass mein Weizen, welches ich diesmal zu Hause genoss, mir wie Champagner vorkam.

Winfried Berg

zum Bericht aus Runde 1.