2012/13

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7.Mannschaft: Erkämpftes Remis statt Punkteernte in Zirndorf

Kategorie: 7.Mannschaft  3408 hits

logo sws upEs war ein Drama bei unserem Auswärts-Wettkampf am 22.2.2013 in der 6.Runde der Kreisliga 3 gegen den SK Zirndorf 3. Und es begann schon 10 Minuten vor sechs mit einem Anruf, vor dem sich jeder Mannschaftskapitän fürchtet. logo skz1

Mit belegter Stimme meldete sich mein Ersatzspieler Thomas Jakob ab. Der sonst ebenso Zuverlässige wie Erfolgreiche , niedergestreckt von einem Cocktail aus Viren und Bakterien. (Gute Besserung!) Last Minute Verpflichtungen waren trotz Einsatz moderner Kommunikationstechnik leider nicht mehr möglich. Aber ich tröstete mich und den untröstlichen Thomas mit der Aussicht, in Zirndorf auch zu siebt gute Chancen auf unser Standart-Ergebnis zu haben. Oh Hochmut! Oh Größenwahn!

 Unser Gegner hatte wohl zum ersten Mal in dieser Saison selbst keine Ausfälle (was ich noch im Stillen und Lauten gehofft hatte). Wir ließen Brett 5, das Brett von Max Belich, frei. (Auch ihm gute Besserung!)

1 SK Zirndorf 3 DWZ - SW Nürnberg Süd 7 DWZ 4 - 4
1 1 Ludwig, Norbert 1574 - 1 Siegl, Adrian 1727 0 - 1
2 2 Friedrich, Horst 1552 - 2 Ionov, Serguei 1601 1 - 0
3 4 Keller, Wendel 1415 - 3 Höhenberger, Robert 1613 0 - 1
4 5 Kirchner, Gerhard 1417 - 4 Pörzgen, Michael 1589 1 - 0
5 6 Brückl, Lorenz 1346 - 5 Belich, Max 1508 + - -
6 8 Seidlitz, Fritz 1333 - 6 Ehmer, Marty 1558 ½ - ½
7 9 Kleist, Werner 1306 - 7 Elpelt, Volker 1531 0 - 1
8 10 Schöffer, Jürgen 1201 - 8 Erlbeck, Simon 1526 ½ - ½
Schnitt: 1393 - Schnitt: 1581  

 

Und dann begann ein Abend der zwei Geschwindigkeiten.

0:1 (Kampfloser Rückstand)

Mein Gegner benutze den guten alten ,,ich lulle dich durch sehr langes Nachdenken und zweitbeste Züge ein" - Trick und ich ging ihm voll auf den Leim. Mein mutiges Experiment, auch endlich mal Sizilianisch zu spielen, schien sich zu bewähren. Nach 5 Minuten auf meiner Uhr und einer Stunde! auf seiner hatte ich eine Traumstellung. (fand auch mein Berater Adrian Siegl) Ich war noch nicht warm gespielt und es lief zu leicht.

Also sorgte ich für Probleme. Ich bot einen Damentausch an, der verhindern sollte, dass sein c-Bauer zieht. Den Tausch hätte er nicht annehmen können sollen, denn sein Randspringer, dominiert von meinem Läufer, wäre von einem Bauern angegriffen und ohne Felder. AUSSER EINEM und das auch noch mit Gabel auf beide Türme.

Na gut, ich hatte also eine Qualität weniger, aber dafür einen Riesenläufer, der seine Bauern blockiert, starkes Zentrum, offene a-linie, die mein Turm zusammen mit meinem Läufer bewacht. Wird sicher remis. Zu dumm dass er auch noch ein Grundreihenmatt drohte das ich verpasste aufzuheben, und weg war mein starkes Zentrum. Nur ziehen und nicht denken hat sich nicht bewährt. Vielleicht versuche ich es das nächste mal anders.

Ausgangs meiner Eröffnung war die Partie von Volker ,,Express" Elpelt schon beendet mit dem sechsten Expresspunkt in Folge. Eindeutig ein Zeichen von gesteigerter Angriffslust ausgelöst von zu niedriger Ligadosierung. Als Therapie empfehle ich Aufstieg in die K2.

1:1


Adrian Siegl spielte souverän auf. Er gab in einer kleinen Kombination die Dame für Turm und zwei Leichtfiguren und war der nächste, der einen vollen Punkt meldete. 5 aus 5 an Brett 1. Später gab er mir noch Nachhilfe und zeigte mir, wie ich Remis hätte halten können wenn ich dem Grundreihenmatt vorgebeugt hätte. Wenn ich groß bin will ich auch mal so spielen können wir er.

2:1

Mein Gegner hatte inzwischen alle Langsamkeit abgelegt und kam nie in die Nähe von Zeitnot.

2:2

Serguei Ionov meldete Verlust, Simon Erlbeck (das ist der, der aussieht wie ein rasierter Marty Ehmer mit kurzen Haaren) remis (die jeweiligen Partien habe ich leider nicht im Kopf)

2½ : 3 ½

Eine dramatische Situation : wir würden den Rückstand nur aufholen können, wenn Robert Höhenberger gewinnt und Marty Ehmer (der mit Bart und langen Haaren) remis hält.

Robert hatte schon ein Remisangebot abgelehnt und liess sich den Druck nicht anmerken. Statt dessen gab er diesen an seinen Gegner weiter. Alle seine Figuren schienen nur ein Ziel zu haben und im Chor zu singen ,, Wir wissen wo dein König wohnt." Läufer, Türme und Dame drückten und am Ende kam das Turmopfer, das alles beendete.

3½ : 3½

Ein kleinlauter Mannschaftskapitän ging auf und ab und hörte Martys Uhr ticken. Nach Adrians Beurteilung ( die bislang immer zutraf) war die Stellung verloren. Marty hatte einen Springer und drei vereinzelte Bauern gegen einen Läufer und eine Dreierkette plus einen Freibauern. Und seine Zeit auf der Uhr gab Anlass zu einer gepflegten Panikattacke. Wenige Minuten blieben ihm gegen fast eine Stunde.

Robert meinte nur ,, Das macht der Marty schon" und ging ein Bier trinken. Sein Sieg hatte ihn völlig entspannt. Immerhin waren die Bauern auf der anderen Farbe als der Läufer des Gegners. Und einer davon könnte in der besten aller möglichen Welten selbst träumen, ein Freibauer zu werden.

Aber es gab diese dumme Zugzwangdrohung und eben Zeitnot. Zum Glück trieb sein Gegner seinen Freibauern zu früh nach vorne, der König verliess ihn, um die Bauernkette zu unterstützen und Marty konnte einen Bauern schlagen. Bricht Weiss dafür mit den anderen durch? Fällt das Fähnchen? Gemütlich lavierte Weiss, während Marty Züge wiederholte. Er hatte zwar auch einen Freibauern , aber was hilft es ihm wenn der umwandelt und dann das Blättchen fällt? Marty ,,the Blitz" Ehmer fand die einzige Lösung, nutzte eine Springergabel und gewann auch noch den letzten Bauern. In letzter Sekunde! Nur mit dem Läufer bewaffnet gestand sein Gegner endlich das Remis ein. Der Chronist war ausser sich vor Freude und schlägt Marty Ehmer und Robert Höhenberger für den Verdienstorden für besondere Verdienste der 7. Mannschaft vor.

4:4

Nächste Runde spielen wir am 15.3. zuhause gegen Freystadt/Postbauer.

Der Gegner ist deutlich stärker als Zirndorf. Vielleicht es das auch gut so.